Selbstständigkeit und Familie – eine Gratwanderung?

Familie und Selbstständigkeit: Für Viele ist diese Kombination ein Anachronismus.

Für Jungunternehmer und Gründer, aber auch für Selbstständige und Freiberufler mit einer jahrelangen Berufserfahrung sind 10 bis 14 Stunden Arbeit am Tag plus Wochenendarbeit keine Seltenheit. Damit bei diesen Voraussetzungen die Familie nicht auf der Strecke bleibt, sind Disziplin, Leidenschaft und Organisationstalent erforderlich. Nachfolgend ein paar Tipps, wie Sie die Gratwanderung meistern.

Feststehende Arbeitszeiten mit gelegentlichen Ausnahmen

Nur mit einer klaren zeitlichen Struktur können Familienleben und selbstständige Arbeit in Einklang gebracht werden. Unabhängig davon, ob für die selbstständige Tätigkeit das Homeoffice genutzt wird oder der Arbeitsplatz außerhalb der heimischen vier Wände liegt, ein festgelegtes Zeitgerüst bildet die Basis. Sind die Kinder in der Kita oder in der Schule, wird das Zeitfenster zum Arbeiten genutzt. Zeiten, in denen der Nachwuchs Hausaufgaben erledigen muss und die zum gemeinsamen Lernen mit den Eltern genutzt werden, müssen festgelegt werden. Grundsätzlich sollte mindestens ein Abend in der Woche für den Partner reserviert werden. Ob es sich um einen gemütlichen Kuschelabend vor dem Fernseher oder um ein Essen beim Italiener um die Ecke handelt, kann spontan entschieden werden. Abweichungen von der Kernarbeitszeit sind nur in Ausnahmefällen zulässig, etwa wenn ein Kind erkrankt und aus der Schule abgeholt werden muss.

Freiräume schaffen

Oft ist es leichter gesagt, als getan: Freiräume schaffen. Es beginnt damit, dass bei Terminaufträgen immer ein zeitlicher Puffer eingebaut werden sollte. Wer einen Abgabe- oder Fertigstellungstermin um 15 Uhr zugesagt hat, sollte die Arbeit bereits am Abend des Vortages erledigt haben. Diese Zeitpuffer sind Freiräume, die für Aktivitäten mit der Familie genutzt werden können. Das Wochenende sollte langfristig im Voraus geplant werden. Ein gemeinsamer Ausflug in den Freizeitpark mit den Kindern hat vor diesem Hintergrund die gleiche Priorität wie die Bearbeitung eines Auftrages von einem Stammkunden. Selbstständige, die im Homeoffice arbeiten, können Freiräume individuell festlegen. Manche arbeiten lieber frühmorgens zwei Stunden, bevor die Kinder geweckt werden, andere bevorzugen die späten Abendstunden zum Abarbeiten von Aufträgen.

Strikte Trennung von Job und Familie

Insbesondere für Selbstständige mit einem Büro in den eigenen vier Wänden stellt sich oft die Frage, wie viel Privatleben im Job erlaubt und möglich ist. Grundsätzlich entscheidet jeder selbst, inwieweit Kunden über die familiäre Situation informiert sind. Keinesfalls dürfen jedoch die Befindlichkeiten innerhalb der Familie als Ausrede benutzt werden, um Terminuntreue oder fehlerhaft ausgeführte Arbeiten zu begründen. Kinder haben bei Terminen mit Kunden oder potenziellen Auftraggebern nichts verloren. Das gilt auch dann, wenn das Treffen im Homeoffice stattfindet.

Eine strikte Trennung von Beruf und Privatleben hat sich in vielen Fällen als nützlich erwiesen. Das bedeutet in der Praxis: Auch für Familienmitglieder stellt die Bürotür eine klare Grenze dar. Wie so oft gibt es auch bei der Trennung von Job und Privatleben keine Patentrezepte. Während manche Selbstständige voll auf das Verständnis und die Rücksichtnahme der Verwandten zählen können, werden andere mit Telefonanrufen von der Mutter oder lauter Musik aus dem Zimmer der Tochter konfrontiert. Trotz aller Widrigkeiten dürfen schlechte Laune und Verärgerung nie an der Familie ausgelassen werden.

Gründer, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen, müssen dies mit dem Partner besprechen. Nur, wenn die Entscheidung von beiden getragen wird, kann sich aus einer ersten Geschäftsidee ein erfolgreiches Business entwickeln.

Gern beraten wir Sie zur besseren Vereinbarkeit von Selbstständigkeit und Familie und unterstützen Sie auch bei der erfolgreichen Existenzgründung oder Festigung Ihres Bestandsunternehmens.

Ihr Team der Krüger Unternehmensberatung